Canon Digital IXUS

Die Faszination für Panoramafotografie hat mich im Frühling 2002 gepackt. Eine gute Freundin hatte mich zu einem Kurztrip nach Rom überredet, was keine große Kunst war: in Wien gabs grauen Himmel und 5 Grad, der Wetterbericht für Rom versprach frühlingshaftes Wetter. Da klang die Aussicht auf drei Tage in der italienischen Hauptstadt gleich doppelt verlockend und so stiegen wir an einem Donnerstag frühmorgens ins Flugzeug.
Schon damals war ich ein begeisterter Hobbyfotograf, meine Digitalkamera zu dieser Zeit war eine Canon Digital IXUS der ersten Serie. Deren technische Daten lesen sich heutzutage ziemlich herzig: 2 Megapixel Auflösung, ein Zweifachzoom und ein winziges Display mit nicht einmal 40 Millimetern Diagonale. Mit dieser Top-Kamera zog ich also aus, um Rom zu erforschen.

Am ersten Tag unseres Aufenthalts knipste ich eine Speicherkarte voll, völlig begeistert von dieser großartigen Stadt. Tags darauf wollten wir Petersplatz und Colosseum besichtigen. Und am Petersplatz war es dann soweit: ich stand vor diesem gewaltigen Platz mit meiner Mini-Kamera und war völlig fasziniert – und frustriert zugleich. Denn so kraftvoll dieser Platz ist, so unmöglich ist diese Kraft und Pracht fotografisch einzufangen. Nach wenigen Bildern war ich kurz vorm Verzweifeln. Ich konnte mich allerdings erinnern, in der Bedienungsanleitung meiner Kamera etwas von „Panoramamodus“ gelesen zu haben. Bei frühen Canon-Kameras wurde dabei nach dem Fotografieren des ersten Bildes ein Teil davon weiterhin eingeblendet, sodass man das nächste Foto an dieses anschließen konnte. Mit der mitgelieferten Software sollte es dann möglich sein, die so aufgenommenen Bilder zu einem ultrabreiten nahtlosen Bild zusammenzusetzen. Also nahm ich einige solcher Freihand-Panoramen auf. Desgleichen kurz darauf im Colosseum: gewaltig, aber fotografisch nicht zu bändigen. Auch hier probierte ich mein Glück, darauf vertrauend, per Software die Bilder später mühelos zusammenbauen zu können.

Zurück in Wien stellte sich allerdings heraus, dass die Canon-Panoramasoftware es nicht schaffte, die Bilder zusammenzusetzen. Ich hatte damals ja noch keine Ahnung, wie man Bilder für solch ein Panorama sinnvoll aufnimmt, sodass später auch der Zusammenbau klappt. Auch war die verfügbare Software bei weitem noch nicht ausgereift. Es hat schließlich bis 2006 gedauert, die Bilder einigermaßen passend zusammenzubauen. Für die neue Website habe ich die alten Panoramen noch einmal aus den Backups gegraben und mit aktueller Technik animiert. Der Qualitätssprung zu aktuellen Arbeiten ist unübersehbar:

In den folgenden Jahren habe ich mich laufend mit Panoramen beschäftigt und schon bald stellten sich die ersten Erfolge ein. Bald hatte ich dutzende freihändig fotografierte Panoramen in meiner Datensammlung, es war an der Zeit, sich der nächsten Herausforderung zu stellen: ich schaffte mir den ersten Panoramakopf an und begann mit Kugelpanoramen zu experimentieren. Das erste damit fotografierte Panorama ist ebenfalls hier online:

Die Freude an solchen 360°-Panoramafotos hat mich bis heute nicht mehr losgelassen.

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